WAS ICH SCHON IMMER MAL ZUM THEMA FREIHEIT & TOLERANZ LOSWERDEN WOLLTE


Im Februar 2016 ist wieder DEMO FÜR ALLE in Stuttgart. Das und die Diskussion um die EHE FÜR ALLE haben mich mal wieder dazu gebracht, einige Gedanken aufzuschreiben.


Wir Deutschen haben in lebhafter Erinnerung, wie es ist, wenn die Regierung das Volk in seinem Interesse erzieht. Natürlich rede ich von der NS-Zeit. So anders ist es heute nicht. Denn alles, was die Leute anscheinend mitbekommen hat ist, dass die Interessen des Staates damals falsch waren. Ist korrekt. Aber nicht nur die waren falsch, sondern auch die Methode.

Der Staat hat nicht die Aufgabe, sein Volk zu erziehen und Denkverbote zu erteilen. Damals nicht und heute auch nicht. Das Volk dagegen hat die Aufgabe, den Staat zu bilden, um den reibungslosen Ablauf der persönlichen Freiheit zu gewährleisten.

Ich bin sicher, dass viele Befürworter des Bildungsplans nur das beste wollen: Gegen Diskriminierung vorgehen. Aber wie tritt man Diskriminierung am besten entgegen? Indem man die persönliche Freiheit gewährleistet. Indem man Toleranz fordert und jeden sein Ding machen lässt, solange er seiner Umwelt nicht schadet. 

Alles, was mir wichtig ist, ist diese Freiheit. Dass jeder bitte tun darf, was er möchte, solange er das Grundgesetz nicht verletzt. Dass friedliche Katholiken mit friedlichen LGBTs friedlich zusammenleben können, falls sie das wollen, weil jeder seine eigene Überzeugung haben darf. Dass Kinder in der Schule respektvoll behandelt und aufgeklärt werden, um starke und selbständige Menschen mit einer eigenen politischen Meinung oder auch Religion werden zu können. Dass Kinder lernen, dass Menschen unterschiedlich sind und doch alle gleich wertvoll. Dass sie ihre eigene Meinung, und sei sie noch so verrückt und abwegig, haben dürfen... aber immer verstehen, dass andere Menschen eine andere haben dürfen, und das Recht dazu haben.

Ist es nicht verrückt, wie sich dieses bescheuerte Volk nach einem Monarchen sehnt? Nach jemandem, der uns anerkennt und uns Bescheinigungen ausstellt und uns zu dem macht, was wir sind?

Ich kann verstehen, dass man eine solche Sehnsucht nach Orientierung empfinden kann, wenn man z.B. religionlos ist. Ist es nicht absurd, wie wir unsere eigene Freiheit um jeden Preis loswerden wollen?
Ich spreche von der Ehe. Mich als Christen lässt die staatliche Eheschließung ziemlich kalt. Für mich ist die Ehe ein Bund mit der Liebe meines Lebens und Gott. Für einen Atheisten vermutlich einfach der Bund mit der Liebe seines Lebens... nicht der Bund mit dem Staat und der Liebe seines Lebens.

Ehe für alle vom Staat zu fordern ist ein Schrei nach Anerkennung ... an jemanden, der mir weder emotional verbunden ist noch monarchisch über mir steht. An den Staat, mensch!! Ich dachte, nein, hoffte, wir wären über sowas hinweg. Ich wünschte es mir.
In "Greys Anatomy" heiraten Derek und Meredith im Aufenthaltsraum und schreiben ihre ganz persönliche Heiratsurkunde auf einen Notizzettel. Weil sie freie Menschen sind.

Die Regierung hat natürlich die Aufgabe, das Fortleben des Volkes zu sichern und gibt daher im Interesse des Volkes steuerliche Vorteile heraus, wenn sich ein Paar zwecks Fortpflanzung zusammentut. Bei gleichgeschlechtlicher Ehe nicht so ganz der Fall. Klar, auch die anderen heiraten nicht immer zwecks Fortpflanzung...manchmal bewusst, manchmal einfach aus physichen Gründen. Und falls man denen die steuerlichen Vorteile verweigert, meinetwegen!

Werdet endlich erwachsen! Macht euer eigenes Ding...und ernennt unsere Volksvertreter nicht zum allmächtigen Staat, der uns Dinge erlauben soll, die uns kein Mensch verboten hat. Der meinem Nachbarn verbieten soll, sein Haus lila zu streichen. Der mich endlich zum Einkaufen fahren und dann noch das Auto tanken soll...der bitte die Kinder erziehen soll...aber zack zack!

Mir ist egal, was der Staat von meinem Leben, meinen niemandem schadenden Beschäftigungen, meiner Religion und meinem Geschmack hält. Weil ihn das nichts angeht und ich selbst groß bin. Weil ich frei bin.

Ich wünsche euch allen, dass ihr frei werdet. Dass solche Späße wie Kindererziehung von oberster Stelle aufhören. Dass Menschen ihre Freiheit genießen lernen und friedlich und ohne andere zu beleidigen das tun, wozu sie sich berufen fühlen.

Es ist schrecklich, wenn irgendwelche Dilettanten andere aufgrund ihrer Religion, Sexualität, Denkweise oder ihres zweifelhaften Geschmacks diskriminieren, beleidigen, verletzen. Aber um dem entgegenzuwirken bring es nichts, wenn die Meinung dieser Menschen einfach zur Gegenmeinung erhoben und als alleinig akzeptabel aufgestellt wird. Wir brauchen keine Meinungsbildung. Wir brauchen Charakterbildung, die stark, selbständig und tolerant ist.

Mich stört die Vorstellung, die wir von Regierung haben...und die manche Regierende von sich selbst zu haben scheinen. Diese Sicht müssen wir ändern! Wie kann es sein, dass in einer Demokratie Menschen das Gefühl haben, von denen da oben ignoriert zu werden, weil die da oben irgendwie ein Eigenleben entwickeln?

Ich sage nicht: Bitte tut was! Was ich meine, ist: Bitte seid unsere Stimme.
Eine Religion, einen eigenen Charakter und das Recht, so zu leben, wie ich möchte, hab ich nämlich schon. Und wenn die Schule es schafft, die Eltern darin zu bestärken, aus Kindern freidenkende, tolerante und selbständige Menschen zu machen, werden Antidiskriminierungsgesetze hinfällig. Aber jemandem beizubringen, dass es Tabus des Denkens gibt, macht ihn nicht frei. Es macht ihn intolerant.

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